Vergiss das "gut sein"!

"Ich habe Angst, dass ich nicht feucht genug werde."
"Was ist, wenn ich keinen Orgasmus bekommen?"

"Manchmal tut es weh, wenn ich mit meinem Partner schlafe."


Das sind Sätze, die ich von Frauen höre, die sich mir anvertrauen. Allein schon auf der Ebene, die jeder hören kann, berühren mich diese Sätze. Denn was hinter diesen Sätzen steht, geht manchmal viel tiefer.

Die heimliche Angst, nicht gut genug zu sein

Hinter diesen Sätzen (und vielen ähnlichen anderen) steht in vielen Fällen eine große Angst:

Ich habe Angst, nicht gut (genug) zu sein.

 

Meistens kommt zu dieser Angst Unwissenheit dazu. Und zwar Unwissenheit über die eigenen Bedürfnisse (sexuell und nicht sexuell) und den eigenen Körper.

 

 

Die Angst hat viele Ursachen

Woher die Angst kommt, das ist immer sehr individuell.

Im sexuellen Bereich äußert sie sich häufig deshalb, weil es viele unausgesprochene und teilweise ausgesprochene Scheinbedürfnisse von Männern gibt.


Nein, die Männer sind nicht "Schuld"!


Sexueller Leistungsdruck als Resultat

Weil wir Menschen aus Angst viele irrationale Dinge tun, setzen wir uns (Männer wie Frauen) unter sexuellen Leistungsdruck.


Wir konsumieren Frauenzeitschriften, die Tipps beinhalten á la "Wie befriedige ich meinen Mann zu 100%?" und "Die Top 10 sexuellen Fantasien der Männerwelt" und wie sie alle heißen.


Die andere Art der "Super-Tipps" lautet ungefähr so: "Die 10 Tipps, wie sie TOTSICHER zum Orgasmus kommen!" und "Wieso sie sich ein Wattestäbchen ins Ohr stecken sollten, wenn sie Analsex genießen möchten" (ja, das war jetzt Ironie).


Ohne weiter nachzudenken, versuchen die einen Frauen, alles nachzumachen und dem zu entsprechen. Die anderen Frauen denken sich "Pah, NIEMALS!!!". In unserem Unbewussten arbeiten diese vermeintlich tollen Tipps jedoch weiter und nagen ganz fieß an unserem Selbstsicherheit.


Was also tun?

Klar, Anregungen sind immer toll. Ich lese (nahezu) alles, was mir in die Finger kommt, zum Thema Sex.


ABER: Je weniger frau ihre eigenen Bedürfnisse kennt und je weniger frau ihren Körper kennt, desto weniger hilfreich sind diese verallgemeinerten Tipps, denn, wie oben erwähnt, können sie am Selbstbewusstsein nagen, wenn einem das keinen Spaß macht.


Und da kommen wir zum Kernpunkt:

Vergiss das "gut sein wollen" und finde heraus, was dir GUT TUT!

Wenn du keine Ahnung hast, was dir gut tut, lies dir alle Tipps und Bücher durch, die dich ansprechen. Und dann PROBIER ES AUS!


Berühre dich selbst, betrachte dich im Spiegel. Fühle, was dir gut tut und was dich in Fahrt bringt. Tue mehr davon!


Alles, was dir nicht gut tut, lass es!


Freu dich an deinem Körper und an deiner Lust. Vergiss den Orgasmus und vergiss das heute geltende Schönheitsideal. Vergiss die Pornos und die unbewussten Ideen, die sagen, wie du sein "sollst".


Finde DICH und finde, was dir GUT tut! Du wirst sehen, das macht Spaß und erfüllt dich mit Lebensfreude!


Mut tut dir (und deinem Sexleben) gut!

Es ist nicht immer leicht, alles zu ignorieren, was wir gelernt haben (und ja, auch Sexualmoral und die Vorstellung "Guter Sex - schlechter Sex" und die Vorstellung was "man machen kann", sind gelernte Inhalte), doch wenn du Sex nicht nur als Pflichtteil, sondern als Freude erleben willst, lohnt es sich, Zeit in die Erkundung der eigenen Sexualität zu stecken!


Was hast du beim Ausprobieren schon entdeckt?

Welche Tipps wünschst du dir?

Gibt es Gedanken, die dich blockieren?

Gibt es Gefühle, die dich blockieren?


Ich freue mich über deinen Kommentar und deine E-Mail!


Claudia

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