Das Zauberwort: Kommunikation

Let's talk about Sex
Let's talk about Sex

Durchschnittlich spricht jeder Mensch täglich ca 16000 Wörter am Tag. Während die einen lieber über ihre Gefühle oder Freundschaften sprechen, reden die anderen lieber über Hobbies und Arbeit (so das Klischee).

 

Doch wenn es um das geht, was in unseren Schlafzimmern vorgeht, verstummen wir nahezu! Da ist vielleicht noch ein leises Geflüster zu hören. Vielleicht ein Wispern. Oder Grabesstille.

Und das produziert automatisch Missverständnisse und Frust!


Denn ohne Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse geht es nicht! Und das gilt auch im Bett. Wieso verstummen wir jedoch genau dann, wenn es uns so am Herzen liegt?


Das Retter-Prinzessin-Märchen

Es gibt einen ganz großen Mythos, ja, es ist fast wie ein Komplott oder eine stille Absprache, die wir Frauen mit den Männern getroffen haben. Nicht immer, doch erstaunlich häufig. Und diese Absprache nenne ich das "Retter-Prinzessin-Märchen".


Männer gehen oft in die Retter-Rolle, wenn es um die partnerschaftliche Sexualität geht. Sie wollen gute Liebhaber sein, wollen ihre Partnerinnen zufrieden machen und sich damit gut fühlen, dass sie das schaffen. Unbewusst haben sie häufig die Auffassung, dass sie das alles tun MÜSSEN, OHNE die Partnerin zu ihren Bedürfnissen zu befragen. Denn schließlich soll er ihr alles von den Augen ablesen. Sie glauben, dass Frauen das auch erwarten! Und so versuchen sie das unmögliche zu schaffen.


Frauen geben sich häufig ihrer Prinzessinnen-Fantasie hin: Sie glauben, die Verantwortung für ihren Orgasmus liegt bei den Männern. Deswegen denken sie, dass der Mann doch wissen müsse, wie er sie befriedigen kann. Und deshalb glauben sie, dass es besonders vorteilhaft ist, einen möglichst erfahrenen Mann im Bett zu haben. Doch ganz häufig stellt sich heraus, dass der eine nicht besser ist als der andere. Und so geht der Wunsch nach einem überwältigenden Orgasmus nie in Erfüllung!


Und nun?

Also leiden beide vor sich hin.


Männer versuchen häufig Lösungen zu finden, indem sie sich von anderen Männern Tipps holen, im Internet recherchieren oder ihre Partnerinnen vergeblich fragen, was sie sich wünschen.


Frauen resignieren häufig und träumen von einem Mann, der sie befriedigt. Auf die Fragen ihrer Partner können sie keine Antworten geben, weil sie es nicht wissen, weil sie sich nicht trauen, weil ...


Es geht auch anders!

Wie ich schon gesagt hab, ist das mit dem Mann, der automatisch weißt, was Frau braucht und die Verantwortung für ihren Orgasmus hat, ein Märchen. Märchen sind nicht real!


Ein kleines Gedankenexperiment:


Wie wäre es denn, wenn wir es uns wesentlich leichter machten im Bett?


Zum Beispiel, indem Männer und Frauen sich austauschen dürfen, was sie toll finden und was nicht? Ganz ohne das Gesicht zu verlieren.


Du weißt nicht, was du toll findest? Wie wäre es denn, wenn du dich selbst kennen lernst? Fass dich an, schau dich dabei mit dem Handspiegel an. Machs dir mit dir so richtig gemütlich und beginne mit einer Erkundungstour in und auf deinem Körper. Wenn dir keine Ideen einfallen, lies Bücher dazu. Das können Fachbücher sein oder Romane. Was gefällt dir daran, wie die Hauptdarstellerin verführt wird? Was gefällt dir daran, wie beschrieben wird, was die Protagonisten tun?


Du willst das nicht alleine machen? Auch gut. Nehmt euch doch zu zweit Zeit und beginnt mit der Erkundungstour zu zweit. Streichelt euch, leckt euch, küsst euch, macht, was immer sich gut anfühlt. Und hier kommt der Punkt: Fragt, was euch gut gefällt. Und sagt euch, was euch besonders gut gefällt oder wo es weniger reizvoll ist. Damit bekommt ihr ein Gespür für den Körper des anderen und für euren Körper auch! Vor allem jedoch, beginnt ihr miteinander zu sprechen.


Anfangs ist das Sprechen vielleicht ungewohnt, doch das wird immer normaler mit der Zeit. Und dann lassen sich nach und nach auch die bisher versteckten Fantasien und Vorstellungen aussprechen.


Ganz wichtig ist es jedoch, das Feedback nicht persönlich zu nehmen. Denn wenn das, was der Partner gerade tut, nicht angenehm ist, dann ist es das nicht. Das liegt nicht an ihm. Das ist einfach eine ganz neutrale Tatsache, die sich ändern lässt, indem man die Berührung verändert oder die Körperstelle daneben berührt.


Und umgekehrt gilt das auch: Wenn dein Partner dir sagt, dass das, was du tust gerade nicht so angenehm ist, dann verändere das, was du tust und nimm es möglichst nicht persönlich. Er sagt dir nur, was er fühlt und wertet nicht deine Person!


In diesem Sinne, viel Spaß beim Reden und viel Freude beim Ausprobieren und Erkunden!


Wie geht es dir jetzt?

Fällt es dir leicht über deine sexuellen Bedürfnisse zu sprechen?

Hast du dich selbst wieder gefunden?


Berichte mir gerne!


Bis bald

Claudia

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Kommentare: 1
  • #1

    Olaf Schwantes (Freitag, 02 Januar 2015 17:33)

    Hallo liebe Claudia,

    ganz meine Rede: Reden hilft, miteinander reden meist noch mehr ;-) Vielen Dank für deinen wichtigen Artikel, den teile ich gleich einmal auf meiner Facebook-Seite.

    Alles Liebe
    Olaf