Der G-Punkt - KEIN Mythos

G-Punkt

Es begab sich zu einer Zeit, in der Menschen und Götter noch gemeinsam die Erde bewohnten. Damals - in längst vergangener Zeit - verschwand das Wissen über einen wertvollen Schatz, der versteckt war  in der Schoßhöhle einer jeden Frau...


So oder so ähnlich könnte eine Fantasy-Geschichte oder ein Märchen beginnen, das über den G-Punkt erzählt. Vielleicht packt mich ja mal die Muse und ich bringe die Geschichte zu Papier.

Doch jetzt geht es mir um die Entmystifizierung des noch immer als Mythos deklarierten G-Punkts.

 

Der G-Punkt ist medizinisch erwiesen

Denn der G-Punkt ist bereits längst als medizinisch vorhanden bekannt. Die Diskussion über seine Existenz sollte sich erübrigt haben, wo es bereits Bilder des G-Punkts gibt. Es gibt sogar Wachsabdrücke der weiblichen Prostata inklusive G-Punkt.

 

Ein paar Fakten:

  1. Es gibt den G-Punkt WIRKLICH!
  2. Ausnahmslos JEDE Frau hat einen G-Punkt.
  3. Der G-Punkt ist gar kein Punkt, sondern ein ganzes Geflecht an Organen.
  4. Ist das, was man gemeinhin als „G-Punkt“ bezeichnet, ist grob gesagt, die weibliche Prostata.
  5. Nein, der G-Punkt ist KEINE zweite Klitoris. Er ist auch kein Superturbo-Orgasmus-Knopf. Der G-Punkt ist sensibel – und zwar emotional-sensibel.

 

Die enttäuschende Suche

Vielleicht fragst du dich gerade folgendes: „Wenn jede Frau einen Orgasmus hat, wieso finde ich meinen/den meiner Partnerin nicht?“

 

Das hat meist mit dem 5. Punkt zu tun. Häufig erwarten wir, wenn wir uns auf die Suche nach dem G-Punkt machen, dass sich folgende Szene abspielt:

Wir suchen nach dem Punkt und zwar genau nach einer Anleitung und wenn wir – laut Anleitung – dort angekommen sind, wo er sein „müsste“, dann geht man selbst/die Partnerin in orgastische Ektase auf und brüllt vor Lust das ganze Haus zusammen.

 

Und da hört das Experiment G-Punkt-Suche auch meistens auf. Oft mit zwei enttäuschten Menschen. Schade! Denn genau DIESE Reaktion passiert nicht, wenn wir den G-Punkt suchen.

 

 

Zeit, Berührung, Erwartungen rausnehmen

Das Erwecken und Entdecken des G-Punkts ist eine wunderbare und spannende Reise. Fairer Weise muss ich zugeben, dass es Geduld braucht, Zeit, liebevolle Zuwendung. Einmal „ausprobieren“ klappt leider selten. Doch wer sich die Mühe macht und dran bleibt, der hat am Ende einen riesigen Schatz gewonnen.

 

Das ist der G-Punkt

Der G-Punkt ist tatsächlich, wie oben erwähnt, ein ganzes Geflecht aus Organen. Was als G-Punkt bezeichnet wird – und um was es dabei auch meist geht – ist, die weibliche Prostata. Wenn er stimuliert wird, schwillt der G-Punkt an. Dann kann man ihn leicht durch die bauchseitige Vaginalwand hindurch fühlen. Der Bereich, an welchem man den G-Punkt ertasten kann, ist leicht geriffelt. Der beste Hinweis dafür, dass du den richtigen Punkt ertastet hast, ist das Gefühl, dass du auf die Toilette musst, wenn du ihn drückst, indem du ihn Richtung Venusknochen (Schambein) ziehst. Manchmal brennt es auch ein wenig.

 

Bei den meisten Frauen befindet sich der Bereich recht weit vorne, ziemlich nahe am Yoni-Eingang (Scheideneingang) hinter dem Venusknochen. Bei manchen Frauen etwas weiter innen.

 

 

Unterschiedliche Frauen - unterschiedliche G-Punkte

Wie auch jedes andere Organ im menschlichen Körper, ist auch der G-Punkt bei jeder Frau anders beschaffen. Manche sind eher kleiner und zart, andere sind eher grob und robust und leicht zu ertasten.

Auch die Sensibilität der G-Punkte ist sehr unterschiedlich. Eine G-Punkt-Berührung ist nicht automatisch lustvoll, kann es aber sein. Es gibt jedoch auch G-Punkte, die nahezu taub oder schmerzhaft sind.

 

Wieso manche G-Punkte verhältnismäßig unsensibel und schmerzhaft sind, kann viele Gründe haben. Manche sind lediglich nicht entdeckt. Das heißt, die Nervenenden, die für die Wahrnehmung dieser Körperregion zuständig sind, sind wenig ausgebildet. Manchmal stecken jedoch tiefere Gefühle dahinter.

 

 

Das Gute zum Schluss

Der G-Punkt ist auch kein statisches Gebilde, das immer gleich reagiert. Er ist von der Empfindlichkeit und von der emotionalen Reaktion stark an die Emotionen der Frau gekoppelt. Von daher lässt er sich weder anatomisch noch „funktional“ mit der Klitoris gleichsetzen. Denn die ist ausschließlich zum Lustgewinn da ;-)

 

Die guten Nachrichten sind jedoch, dass wirklich JEDE Frau einen G-Punkt hat. Und auch wenn dieser aktuell nicht entdeckt ist, lässt er sich erwecken mit Geduld, Berührung (gaaanz wichtig, sonst können sich die Nerven nicht bilden!!!) und Liebe.

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Kamasutra (Freitag, 24 Oktober 2014 21:38)

    Oh Oh...
    Also wenn das zutreffen sollte: " Der Bereich, an welchem man den G-Punkt ertasten kann, ist leicht geriffelt. Der beste Hinweis dafür, dass du den richtigen Punkt ertastet hast, ist das Gefühl, dass du auf die Toilette musst, wenn du ihn drückst, indem du ihn Richtung Venusknochen (Schambein) ziehst. Manchmal brennt es auch ein wenig."
    dann kenne ich diesen Bereich auch, würde mich als Frau aber dagegen verfahren, dort weiter zu manipulieren, denn das ist sehr unangenehm.
    Da ziehe ich mir doch den bekannteren und bewährten Bereich der Klitoris für den Lustgewinn vor! (Zumal: eine "Prostata" bei der Frau - wozu sollte diese denn vorhanden sein? Kann eine Frau nicht einfach so bleiben wie sie ist?)

  • #2

    Kamasutra (Freitag, 24 Oktober 2014 21:39)

    Korrektur:
    ich meine nicht, "verfahren", sondern "verwahren" - sorry, war ein Schreibfehler..

  • #3

    Claudia (Samstag, 25 Oktober 2014 17:38)

    Hallo Kamasutra,
    schön, dass du deine Erfahrung teilst!
    Der G-Punkt bleibt nicht schmerzhaft, wenn man ihn regelmäßig erforscht und dabei offen bleibt für die Gefühle, die bei der Erforschung zu Tage treten. Gegen den klitoralen Lustgewinn ist ja auch gar nichts einzuwenden! Im Gegenteil, er bringt dir ja Lust! Hier geht es nicht um ersetzen, sondern um Zugewinn.

    Die Prostata ist da, egal ob man es weiß, oder nicht. Das Wissen darüber verändert die Anatomie keinesfalls. Jedoch ist es aus entwicklungsbiologischer Sicht ganz logisch, wieso wir eine Prostata haben, obwohl sie, stand wissenschaftlicher Sicht heute, keine "echte" Funktion hat. Jedoch entstehen die männlichen und weiblichen Genitalien aus den gleichen Anlagen. Sie entwickeln sich ab ca der 12. Schwangerschaftswoche unterschiedlich.

    Die Klitoris hat auch keine "Funktion", die der Biologie dienlich ist. Sie bereitet "nur" Lust.

    Die männlichen Brustwarzen sind übrigens auch ein Überbleibsel dieser frühen Entwicklung. Denn die haben beim Mann auch keine echte "Funktion".

    Freu mich, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt.

    Viele Grüße
    Claudia