Sinnlichkeit

Sinnliche Sinnesanregungen
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Hast du dich schon einmal gefragt, was es bedeutet, wenn jemand sagt: Das ist eine sinnliche Frau?

 

Sinnlichkeit hat - wie jedes nicht greifbare Wort - für jeden Menschen immer eine andere Bedeutungsnuance.

Der Zugang zur Außenwelt

Wenn wir jedoch auf den Wortursprung zurück gehen, geht es hier ganz greifbar um unsere Sinne: Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken, Riechen.

 

Unsere Sinne sind unsere Verbindung zur Außenwelt. Mit ihnen nehmen wir wahr, was außerhalb unseres Körpers passiert. Wir erfahren, wie das Außen für uns ganz individuell ist.

 

Heutzutage nutzen viele Menschen diese Vielfalt der Sinneseindrücke gar nicht mehr. Der Mensch verkommt zum "Augentier", wie es die Gruppe Rammstein in ihrem Song "Morgenstern" singen: Wir schauen auf unsere Smartphones, wir schauen in den Fernseher, wir sehen uns Dinge an.

 

Die wenigsten Menschen nehmen sich die Zeit, ihre Mahlzeiten zu schmecken, geschweige denn zu riechen oder gar zu fühlen.

 

Fixierung auf einen Sinn

Dadurch, dass wir tendenziell auf unsere visuellen Sinn fixiert sind, entgehen uns viele Nuancen des täglichen Lebens. Wir ignorieren die anderen Möglichkeiten unsere Welt zu erfahren. Natürlich ist es einfach sich auf einen Sinn zu beschränken und zwar auf den, der uns die meiste Orientierung gibt. Schließlich ist eine Website nicht geschmacklich, riechbar oder über unseren Tastsinn zu erfassen.

 

Doch die Zeitersparnis hat auch ihren Preis. Die anderen Sinne sind für den Menschen mindestens genauso wichtig wie das Sehen. Vielleicht nicht immer bei der Orientierung, aber für unsere Psyche und Seele macht es einen Unterschied, ob wir unsere Umwelt umfassend wahrnehmen oder nicht.

 

Auch für unsere Lust und unser Sexualleben machen die anderen 4 Sinne einen großen Unterschied.

 

Hingabe ohne Sinnlichkeit unmöglich

Viele Frauen treten mit dem Problem an mich heran, dass sie sich nicht fallen lassen können. Das Problem ist zwar etwas komplexer als nur der Mangel der sinnlichen Wahrnehmung, aber eins steht fest: hier ist der Kopf überaktiv.

 

Sich fallen lassen heißt auch, in die aktuelle Situation VÖLLIG eintauchen zu können - mit allen Sinnen. Ja, ALLEN! Denn für den Liebesakt ist es zwar auch schön, wenn wir jemand für uns optisch ansprechenden vor/unter/über/hinter uns haben, doch das allein ist nur ein Bruchteil unseres Genusspotenzials.

 

Sich völlig fallen zu lassen und in die Situation einzutauchen und das ganze Lustpotenzial anzusprechen, bedeutet auch mit ALLEM, was uns zur Verfügung steht, wahrnehmen und wahrnehmbar sein.

 

Ein Experiment zum Mitmachen

Ein Beispiel: Du bist erkältet und möchtest mit deinem Partner Sex haben (ignorieren wir die Tatsache, dass man sich dabei meist abgeschlagen fühlt). Du siehst ihn, aber du bist nicht in der Lage ihn zu riechen oder zu schmecken, weil diese Sinne im Moment taub sind. Außerdem steckst du dir Ohropax ins Ohr, damit du nichts hörst und am besten ziehst du dir einen Schutzanzug an, damit er sich nicht ansteckt. Leider verpuffen dann die Berührungen, die ihr euch schenkt, im Nichts.

Na, wie fühlt sich das an?

 

Und jetzt stell dir folgendes vor: Du möchtest mit deinem Partner schlafen. Kerzenlicht brennt. Deine Aromalampe verströmt einen anregenden Duft von Orangen oder Vanille. Ihr beide seid ganz eng beieinander. Du nimmst seinen/ihren Körperduft wahr (am Hals und im Nacken ist der Duft meist sehr intensiv). Riechst an ihm/ihr. Du fühlst seine/ihre Haut - du spürst sie mit deinen Fingern, deinem Handrücken, deinen Brüsten, deinen Wangen und Lippen... Du hörst seinen/ihren Atem, das Herz, die Geräusche im Zimmer... Er/Sie berührt deine Haut, deine Lippen, deine Brüste, deinen Bauch, deinen Po, deine Beine...

Na, wie liest sich dieser Text? Wie reagiert dein Körper jetzt?

 

Und noch ein nettes Geschenk der Sinnlichkeit

Wenn du dir die Zeit nimmst, alle Sinne bewusst wahrzunehmen, hast du keine Zeit mehr, dich damit zu beschäftigen, was du alles noch erledigen musst, ob du 5 Kilo zu viel/zu wenig auf die Waage bringst, ob du irgendetwas "gut" machst. Dann bist du genau in DIESEM Moment und öffnest dich für diese Sekunde.

 

DAS ist Sinnlichkeit pur!

 

 

 

Wenn du mehr über deine ganz persönliche Sinnlichkeit herausfinden möchtest und wenn es dich lockt, zu erleben, was Sinnlichkeit ist, biete ich einen Workshop dazu an.

 

Viele Grüße und viel Spaß beim sinnlichen Entdecken!

Claudia

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ingrid Dankwart (Dienstag, 23 September 2014 21:48)

    Liebe Claudia,

    ja, mit allen Sinnen - ein wunderbares Gefühl - ich liebe es, abzutauchen in
    die sinnliche Welt.

    Gerade wenn es um emtionale Dinge geht, ist es ein Muss :-)

    Ingrid

  • #2

    Claudia (Montag, 15 Dezember 2014 12:57)

    Liebe Ingrid,

    ja, das ist so schön! Und jetzt bietet es sich ja auch so schön an, wenn die Welt uns mit ihren Düften und Backwerk und Lichtern beschenkt!

    Liebe Grüße