Weiblichkeit im Business - geht das überhaupt?

Frau im Business
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Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, wie Weiblichkeit und Business zusammenpassen? Oder hast du dir auch schon einmal überlegt, wie du aus der Tristesse des Businesschics heraus kommst? Oder wurdest du bereits mit dem zweifelhaften Kompliment bedacht, dass du wirklich nicht so weibisch wirkst wie andere Frauen?

 

Dann wird dich dieser Beitrag sicherlich interessieren.

 

Falls nicht, lohnt sich das Lesen dennoch, denn du wirst eine Idee davon bekommen, wieso Weiblichkeit eine Ressource im Business sein kann.

 

Das Leben in äußerer Tristheit

Bereits jungen Frauen wird eingetrichtert, dass sie sich in der Männer dominierten Businesswelt in schwarzen, grauen oder dunkelblauen Kostümen oder Hosenanzügen präsentieren müssen, um ernst genommen zu werden und eine höhere Position zu erreichen. Erst wenn man sich einen Namen gemacht hat, wäre es egal, wie man sich präsentiere.

 

Sicherlich ist es wichtig, sich der Etikette anzupassen, um sich einen guten Start zu ermöglichen. Doch was der schwarze Anzug mit sich bringt, sieht man meist erst viel später. Er ist der Anfang eines Prozesses, den man mit dem Flügelstutzen von bunten Papageien vergleichen kann.

 

Die Erwartungen an Menschen im Business

Neben der äußeren Erscheinung wird implizit eine innerliche Anpassung erwartet und auch Verhaltenserwartungen werden an Menschen im Business gestellt. Rational agieren, alles logisch erklären und dokumentieren, alles immer im Griff haben, alleine agieren und entscheiden, denn um Hilfe fragen oder sich mit Kollegen beratschlagen wird als schwach, unreif und unsicher wahrgenommen.

 

Ob das immer stimmt, steht auf einem anderen Blatt. Und sicherlich ist hier auch bereits ein Umdenken im Gange. Doch was mir Businessfrauen in größeren Unternehmen berichten, lässt mich stark darauf schließen.

 

Echte Teamplayer sind Mangelware, Schwächen zuzugeben oder Arbeit abzugeben entspricht nicht der harten Unternehmenswelt, wenn man nach oben kommen will.

 

Auswirkungen der Businesswelt auf Frauen

Natürlich sind viele Eigenschaften, die hier aufgezählt werden, nicht per se schlecht oder negativ. Im Gegenteil: es ist wichtig, eigene Entscheidungen treffen zu können und Dinge in die Hand zu nehmen.

 

Doch es ist wichtig, diese aktiven und dynamischen Eigenschaften durch passive, weiche Eigenschaften auszugleichen. Wenn das nicht geschieht, stelle ich die These auf, dass sich folgende Veränderungen an und in Frauen auf lange Sicht ereignen:

  • Reduzierung oder gar Ausbleiben der eigenen Kreativität
  • Innere Leere
  • Innere Härte
  • Partnerschaftsprobleme, weil der Partner neben der „Macher-Frau“ keinen Platz mehr findet
  • Freudlosigkeit
  • Mangel an Weiblichkeitsgefühl (und damit Identitätsprobleme)
  • Mangel an Kraft
  • der Glaubenssatz „Wert durch Leistung“ wird intensiviert
  • Mangelnde Anziehungskraft (aufgrund mangelnder Inspiration und Lebendigkeit)
  • Sexuelle Kraftlosigkeit und Unlust
  • Körperliche Probleme
  • Unzufriedenheit

Das ist nur eine kurze Liste, die sich vor allem auf das innere Gefühl bezieht. Doch auch die Schaffenskraft und Leistungsfähigkeit im Unternehmen wird dadurch maßgeblich beeinflusst. Ganz zu schweigen von den Veränderungen in der Partnerschaft, wenn es überhaupt eine gibt.

 

Denke einen Moment an eine Frau, die eine höhere Führungsebene bekleidet. Wie viele Frauen findest du, die erfolgreich sind? Wie viele davon sind für dich weiblich?

 

Drei Vorteile der eigenen Weiblichkeit im Business

Welche Person möchte innerlich ausbrennen und nur auf Sparflamme leben?

 

Wahrscheinlich möchte jeder von uns froh, glücklich, inspiriert, kraftvoll, kreativ und erfolgreich sein. Eine Frau, die ihre Weiblichkeit nicht mehr in ihre Arbeit einbringt, sieht, bildlich gesprochen, wie eine angetrocknete Blume aus.

 

Eine Frau, die ihre Weiblichkeit pflegt und diese Qualitäten im Business einbringt, strahlt, motiviert, zieht Kunden an.

Drei offensichtliche Vorteile, die Weiblichkeit mit sich bringt, möchte ich Ihnen hier nennen:

 

  1. Nachhaltigkeit

    Eine weibliche Eigenschaft, die Frauen in Unternehmen einbringen sollten, ist, dass sie vernetzter, eher systemisch als linear denken. Frauen denken meist weiträumiger und sehen auch die Randbereiche von Problemstellungen besser, weshalb sie durch das Einbeziehen dieser Nebenschauplätze häufig nachhaltigere Lösungen hervorbringen. Das ist für die unternehmerische Zukunft von entscheidendem Vorteil.

  2. Authentizität

    Eine Frau, die sich immer an die männlichen Kollegen oder Mitstreiter versucht anzupassen, läuft nur auf halber Kraft. Stell dir vor, du seist Linkshänderin und versuchst dich an die Rechtshänder anzupassen. Das klappt nur bedingt und kostet dich unnötig Energie.

    Außerdem wirkt das Anpassen in einigen Fällen sogar unauthentisch. Das gilt für die Arbeitsweise und für die äußere Erscheinung.

    Ich zum Beispiel habe mich häufig verkleidet gefühlt in meinen Hosenanzügen, obwohl sie mir gut standen. Mit gekonnten Akzenten oder Schuhen, die zu mir passten oder mit meinem Alter und meiner Persönlichkeit angepassten Stil, wirkte ich auf Zuhörer und Kollegen viel überzeugender.

  3. Lebendigkeit/Kreativität

    Wenn sich Frauen in ihrem Frau-Sein und Mensch-Sein einbringen und sich z.B. die Möglichkeit geben, sich mit Kollegen auszutauschen und auch ihrem Zyklus angemessen zu arbeiten (Ruhephasen, Aktivphasen, Visionsphasen), werden die inneren Ressourcen sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt. Die eigene Kreativität bleibt aktiv und die Lebendigkeit, die sie mitbringen, bleibt erhalten.

 

Wie kannst du mehr Weiblichkeit ins Business bringen?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Frauen ihre Weiblichkeit in ein Unternehmen einbringen können. In der Tat hat jede Frau ihre eigene Art und Weise.

 

Sinnvoll ist es, für sich herauszufinden, was für dich persönlich als weiblich gilt. Frag dich Folgendes:

 

„Was empfinde ich als weiblich?“

„Was empfinde ich an mir als weiblich?“

„Wie zeige ich diese Weiblichkeit?“

„Wie kann das meine Arbeit unterstützen?“

 

Diese Fragen kannst du dir immer wieder stellen. Die Antworten kannst du vier Wochen in deinen Alltag mitnehmen und aktiv umsetzen. Danach stell dir diese Fragen wieder und pass deinen Alltag gegebenenfalls an.

 

Manchmal reichen kleine Äußerlichkeiten aus, um den eigenen weiblichen Geist bei der Arbeit zu wecken: Ein Duft, der dich ausmacht. Deko des Arbeitsplatzes. Lackierte Fingernägel.

 

Das sind alles nur Beispiele. Ich bin mir sicher, dass du deinen Weg findest, deine Weiblichkeit vermehrt einzubringen und dadurch mehr Kraft und Authentizität in deine Arbeit und dein Leben zu bringen. Probier es aus und spüre, wie es sich auf deine Lebensqualität auswirkt.

 

Viel Freude und Inspiration dabei,

Claudia

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Alice (Mittwoch, 16 März 2016 10:12)

    Liebe Claudia,
    vielen Dank für das Bild der "angetrockneten Blume". Das möchte ich auf jeden Fall nicht sein.
    Als erstes werde ich den Impuls mit dem Duft, der mich ausmacht, in die Tat umsetzen. Bin schon gespannt, was sich dann in Bezug auf meine Resonanz verändert.
    Ich freue mich auf die Rückmeldungen deiner Leserinnen.
    Herzliche Grüße
    Alice

  • #2

    Claudia (Mittwoch, 16 März 2016 10:22)

    Liebe Alice,

    danke für deinen Kommentar! Freut mich, dass du dir einen Impuls mitnehmen kannst. Wenn du magst, schreib doch in ein paar Wochen wieder, was sich getan hat :-)

    Liebe Grüße
    Claudia