8 Gründe, sich mit der eigenen Weiblichkeit zu beschäftigen

"Nein, ICH hab kein Problem mit meiner Weiblichkeit!" "Sex ist für mich jetzt nicht so wichtig." "Ich bin einfach immer viel zu müde." "Ich hab schon immer Regelschmerzen, das bin ich gewöhnt." "Ich bin einfach nicht so kreativ/erfolgreich/stark."

 

Die Liste an Sätzen, die häufig fallen, dann eine Frau ihre volle weibliche Kraft noch nicht lebt, könnte ich endlos fortführen. Bei Männern ist die Liste ein wenig anders, wenn es um ihre weibliche Seite geht. Doch da hier meist die männliche Seite auch nicht in der Balance ist, geh ich darauf meist nicht ein ;-)

 

Anfangs verstand ich gar nicht, wieso sich Frauen nicht mit ihrer Weiblichkeit auseinandersetzen wollen.

 

Zugegeben, ich leide manchmal unter partieller retrograder Amnesie (ich vergesse manchmal Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind) ;-) Denn MIR ging es vor 15 Jahren genauso wie den Frauen, die mir diese Sätze sagen: Ich wollte nichts davon hören,

  • denn Frauen sind schwach, und das bin ich nicht.
  • denn ich sehe aus wie eine Frau, also kann das nicht die Ursache meiner Probleme sein.
  • denn ich wollte keine "doofe Zicke" sein (was ja nur Frauen sind).
  • weil ich so überhaupt nichts mir den klassischen Schlagworten anfangen konnte, die ich zu "Weiblichkeit" kannte.
  • weil "Frau-Sein" für mich emotional ganz tief etwas unglaublich Schlimmes und Verwerfliches war.

Deshalb erstmal:

Entschuldigung, dass ich manchmal vergesse, welchen Schmerz ich mit meiner eigenen Weiblichkeit hatte!

 

Wieso ich mich doch mit meiner Weiblichkeit befasste

Die Gründe, wieso sich Frauen mit ihrer Weiblichkeit befassen, sind sehr vielfältig. Häufig bewältigt man eine ganze Litanei, bis man zu diesem Thema vordringt. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass ich mir so manchen Umweg hätte sparen können, hätte ich das Thema nicht immer wieder so weit von mir weggeschoben. Klar, die Zeit muss reif dazu sein. Doch die Hinweise sind, im Nachhinein betrachtet, wirklich deutlich gewesen. Das waren schon ganze Lattenzäune, die mir da zugewunken haben, nicht nur Zaunpfähle.


Ich hab mich dann doch dafür entschlossen, meine Weiblichkeit anzusehen, eben weil das Thema sich immer stärker aufdrängte:

  • Fibroadenome in der Brust
  • Brutale Menstruationsprobleme
  • Verwachsungen im Schoß
  • wiederkehrende Traurigkeit
  • Kraftlosigkeit
  • eine verebbende Kreativität
  • mangelnde Lebensfreude

Also eine Reihe an Gründen, die es Wert sind, sich die eigene Weiblichkeit anzusehen

  1. Es lösen sich manche Probleme, die oberflächlich nichts damit zu tun haben
    Häufig haben wir feste Vorstellungen davon, was mit Weiblichkeit zu tun hat und was nicht. Klar, PMS ist ein plakatives Beispiel für weibliche Probleme. Doch wer vermutet auf den ersten Blick, dass Beziehungsprobleme, Sexualprobleme oder finanzielle Probleme mit dem eigenen unbewussten Weiblichkeitsbild zu tun hat?

  2. Das Selbst-Gefühl verändert sich
    Beschäftigen wir uns mit unserer Weiblichkeit, begegnen wir uns selbst auf vielen Ebenen. Wir verstehen, wie die z.B. das letzte Gespräch mit dem Partner ein Loch im Herzen hinterließ, der letzte stumme Spaziergang mit der Freundin uns tief erfüllt hat. Wir haben die Möglichkeit, unsere Welt auf mehreren Wegen wahrzunehmen. Die weiblichen Qualitäten können leichter aktiv angesteuert werden (ebenso wie die männlichen).

  3. Mehr Aufmerksamkeit für sich selbst
    Wenn wir uns mit unserer Weiblichkeit beschäftigen, schärfen wir die Sinne für die Selbstbeobachtung. Wir können aufmerksamer beobachten und das Beobachtete besser einordnen, wenn wir die Mechanismen unserer Schoß-Herz-Kopf-Achse kennen. Dadurch wachsen authentische Lösungsstrategien und mehr Zufriedenheit.

  4. Mehr Mitgefühl und Sorgfalt sich selbst gegenüber
    Mitgefühl ist eine zutiefst weibliche Eigenschaft, die wir lernen für uns selbst zu nutzen, wenn wir uns mit Weiblichkeit beschäftigen. Härte und Selbstverurteilung weichen auf, wenn wir uns mit unserer Weiblichkeit anfreunden. Daraus erwächst eine größere Sorgfalt unserer eigenen Bedürfnisse gegenüber.

  5. Größeres Verständnis für sich, den eigenen Körper, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle
    Wenn Frau sich mit der eigenen Weiblichkeit beschäftigt, öffnet sich ein ganz großer Wissensschatz. Wir verstehen uns selbst viel besser. Wir verstehen, wie der eigene Körper tickt, wovon er abhängig ist. Dadurch identifizieren und verstehen wir die eigenen Bedürfnisse und Gefühl viel leichter und können uns besser darum kümmern.

    Wir verstehen, wieso wir an manchen Tagen unseren Partner leidenschaftlich lieben und an anderen Tagen nicht verstehen, wieso wir diesen Mann/diese Frau gewählt haben.

  6. Mehr Selbstsicherheit
    Wer sich selbst besser kennt und weiß, was er braucht und was gar nicht geht (weil es einem dann schlechter geht), der findet auch in der eigenen Weiblichkeit die Kraft, das einzufordern. Wir stehen nicht mehr diffus da und sagen "Ich glaub, ich brauch jetzt mal 10 Minuten Zeit, wenns eventuell geht." Wir sagen: "Ich ziehe mich jetzt 10 Minuten zurück. Das brauche ich jetzt, dass es mir gut geht. Danach bin ich wieder da."

  7. Ein Beitrag für sich und die Menschen um dich herum
    Gerade wenn wir unsere Bedürfnisse kennen und einfordern, was wir brauchen, signalisieren wir uns und den Menschen um uns herum, dass es okay ist, wenn man das tut. Es ist gut, wenn man sich um seine Belange kümmert. Wenn wir das nämlich tun, geht es uns gut und wir sind wesentlich ausgeglichener, was sich auch auf unsere Mitmenschen auswirkt. Die können sich dann sogar ein Beispiel an uns nehmen. Somit sorgt man gut für sich UND gibt positive Impulse an seine Mitmenschen weiter (und sorgt damit gut für die anderen).

  8. Ein Beitrag für die Veränderung der Gesellschaft
    Ja, wir leisten damit einen Beitrag für die Gesellschaft. Natürlich auch aus dem Grund Nr. 7. Und auch, weil wir mehr Kraft haben, unsere Gaben und Fähigkeiten für uns und andere einzusetzen. Und wir kennen unsere Grenzen besser. Daher wissen wir, wo wir unterstützende Ergänzung brauchen und suchen Menschen, die das geben können. Das ist eine Wertschätzung der anderen Person und für sich selbst. Denn wir achten uns und die anderen damit gleichermaßen.

Und noch mehr...

Sicherlich gibt es noch mehr Gründe, wieso es sich lohnt, sich mit seiner Weiblichkeit zu beschäftigen.

Es lohnt sich in jedem Fall, einen Blick darauf zu werfen. Selbst wenn alles in perfekter Ordnung ist, lassen sich in der eigenen Weiblichkeit meist unbezahlbare Schätze bergen, die wir als Potenziale nutzen und in die Welt bringen können.

 

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Claudia

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Kommentare: 6
  • #1

    Andreas (Mittwoch, 04 März 2015 23:01)

    Hallo Claudia,
    ich find Deinen Blog sehr interessant gerade auch als Mann.
    Was ich bis jetzt gelesen habe Weck in mir den Eindruck das "Ihr Frauen" ein unglaubliches defizit in Bezug auf Euren Körper,Seele und Geist habt. Aber mal ganz im Ernst bei Männer ist das doch bestimmt ähnlich oder noch schlimmer. Ich bin überzeugt davon das unsere Gesellschaft keinen wesentliche Fortschritt mehr erlebt wenn wir nicht von klein auf mit uns selbst und mit unserer Umwelt/ Mitmenschen achtsamere umzugehen lernen. Für mich ist so ein Blog noch Neuland aber sicher gibt es einen Blog in dem es um die Männlichkeit,... geht und schon diese Trennung in zwei Lager sollte in absehbarer Zeit aufgelöst werden. Mehr Komunikation unter den Geschlächtern fördert das Bewusstsein für die Bedürfnisse des jeweils anderen.
    Bis vielleicht bald.
    Andreas

  • #2

    Claudia (Mittwoch, 04 März 2015 23:12)

    Hallo Andreas,

    danke, dass du dich hier zu Wort meldest.
    Ich gebe dir sehr recht damit, dass es Männern nicht sonderlich anders geht. Ich habe ein paar Blogger-Kollegen, die sich mit Männlichkeit auseinandersetzen: www.maennlichkeit-staerken.de

    Die Lager sind im Moment - trotz aller Gleichberechtigung - immer noch sehr deutlich. Liegt vielleicht auch daran, dass wir eben nicht leben, was uns stärkt, sondern uns gegenseitig versuchen Verantwortungen zuzuschieben.
    Ein Miteinander und ein Fließen ist möglich, wenn wir wissen, wer wir sind und was wir brauchen. Dazu ist die höchste Verantwortung für sich selbst ein Muss, sonst versuchen wir immer unsere Defizite durch Projektion oder anderes niederes Drama zu erfüllen.

    Keine ganz leichte Aufgabe. Doch deswegen gehen wir sie ja Schritt für Schritt :-)

    Viele Grüße
    Claudia

  • #3

    Madame Flamusse (Mittwoch, 17 Juni 2015 13:32)

    Kann ich total mitgehen, sehr schöner Artikel :-D

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 17 Juni 2015 15:33)

    Freut mich zu lesen, Madame Flamusse :-)

  • #5

    Tim (Donnerstag, 16 Juli 2015 19:50)

    Hallo Claudia

    Toller Artikel, schön dass es noch Frauen gibt die sich und ihre Sexualität annehmen ohne sich selbst oder andre dafür zu verurteilen.
    Finde es lobenswert was du für Pionierarbeit du hier leistest und hoffe das du damit vielen Frauen (und Männern) das ein oder andere beibringen kannst.

    obwohl ich als Mann schon neugierig bin, was für weibliche Seiten ich laut diesem Artikel unterdrücke, neugierig hast du mich jedenfalls gemacht

    Schöne Grüße Tim

  • #6

    Claudia (Donnerstag, 16 Juli 2015 22:32)

    Hallo Tim,

    danke für Deinen Kommentar.

    Ob Du weibliche Anteile unterdrückst und wenn ja, welche, das kann und will ich nicht beurteilen. Das kannst Du Dir selbst beantworten, wenn Du Dich damit auseinandersetzt ;-)

    Viel Spaß damit und liebe Grüße
    Claudia